Am heutigen Mittwoch setzen die Ölpreise ihren gestern Nachmittag begonnenen Aufstieg fort. Getragen wird diese Entwicklung von einer Mischung aus klimatischen Belastungen und geopolitischen Spannungen, die das Szenario eines kurzfristigen Überangebots infrage stellen.
Die Kältewelle in den USA hinterlässt weiterhin deutliche Spuren: Über die Produktionsausfälle hinaus rechnen Analysten nun mit einem signifikanten Rückgang der nationalen Vorräte, sollten die Temperaturen niedrig bleiben. Erste Daten des API-Instituts zeigen bereits einen unerwarteten Rückgang der Rohöl- und Benzinreserven. Parallel dazu verläuft das Wiederhochfahren des kasachischen Riesenfeldes Tengiz langsamer als geplant, was die Exporte begrenzt und die Preise stützt.
Auf geopolitischer Ebene bleibt die Lage instabil. Donald Trump hat in den sozialen Medien erneut einen militärischen Einsatz im Nahen Osten angedeutet und damit den Druck auf den Iran aufrechterhalten. Diese Ungewissheit belastet zusammen mit der US-Politik den Dollar, was Öl für Käufer in anderen Währungen attraktiver macht. Am Markt ist zudem ein „Backwardation“-Phänomen zu beobachten – ein Zustand, in dem die Preise für prompte Lieferungen höher sind als für spätere Termine, was als klares Signal für ein aktuell knappes Angebot gewertet wird.
Diese Dynamik schlägt sich am Mittwochmorgen in einem Aufwärtstrend bei den Heizölpreisen nieder. Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf zwei wichtige Termine am heutigen Tag: die Veröffentlichung der offiziellen US-Lagerbestandsdaten (DOE) am Nachmittag sowie die Zinsentscheidungen der Fed am Abend.

