Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hat der US-Präsident sein Ultimatum gegenüber Teheran verlängert. Unter Verweis auf „positive Verhandlungen“ (die vom Iran jedoch dementiert wurden) hat Donald Trump jegliche Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur um zehn Tage verschoben. Er behauptete sogar, der Iran habe als Geste des guten Willens zehn Öltanker unter pakistanischer Flagge die Straße von Hormus passieren lassen. Obwohl diese Ankündigungen den Preisanstieg kurzzeitig bremsten, überwiegt die Skepsis: Die Anleger beobachten vor allem die zunehmenden militärischen Vorbereitungen der USA in der Region.
Die Hoffnung auf ein schnelles Ende der Krise schwindet. Teheran hat den 15-Punkte-Friedensplan aus Washington offiziell abgelehnt und eigene Forderungen gestellt, darunter die Anerkennung der vollständigen Kontrolle über die Straße von Hormus. Währenddessen häufen sich Zwischenfälle außerhalb des Golfs: Ein von der Türkei betriebener Tanker wurde im Schwarzen Meer von einer Drohne angegriffen, und ein massiver Stromausfall paralysiert Kurdistan – Ereignisse, die die extreme Anfälligkeit des weltweiten Angebots unterstreichen.
Trotz der Korrektur zu Wochenbeginn schickt sich der Ölpreis an, den Monat März mit dem stärksten jemals verzeichneten Anstieg abzuschließen. Analysten warnen: Auch wenn die Schlagzeilen von Deeskalation sprechen, konzentriert sich der Markt auf die Dauer des Konflikts. Da bereits rund 8 Millionen Barrel pro Tag an Produktion ausgefallen sind, bleibt die „Risikoprämie“ massiv und zeigt vor dem Wochenende keine Anzeichen für einen dauerhaften Rückgang.
Für den Schweizer Binnenmarkt zeigt der Trend an diesem Freitagmorgen wieder nach oben. Nach den am Donnerstag beobachteten Abwärtskorrekturen ziehen die Heizölpreise nun wieder an.

