Nach einer Phase starker Spannungen erleben die Ölmärkte am Dienstagmorgen eine erste Phase der technischen Korrektur. Obwohl die polare Kälte weiterhin einen Teil der Energieinfrastruktur lähmt, deuten mehrere Signale auf einen beginnenden Rückgang hin, sodass die Preise nach den jüngsten Höchstständen etwas durchatmen können.
Die Lage in den USA bleibt jedoch besorgniserregend: Analysten schätzen, dass die Rohölproduktion in der Spitze um fast 2 Millionen Barrel pro Tag gesunken ist, was etwa 15 % der nationalen Kapazität entspricht. Obwohl für Ende der Woche milderes Wetter erwartet wird, halten logistische Schwierigkeiten (durch Schnee blockiertes Personal, eingefrorene Pipelines) das Angebot weiterhin unflexibel. Parallel dazu lieferte in Kasachstan das schrittweise Wiederhochfahren des Riesenfeldes Tengiz nach dessen Totalausfall ein erstes Entspannungssignal für die Investoren.
An der diplomatischen Front dominiert die Ungewissheit. Die ersten trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA haben noch zu keinem konkreten Abkommen geführt, was die Erwartungshaltung der Märkte verlängert. Zudem richtet sich die Aufmerksamkeit bereits auf den 1. Februar, wenn die OPEC+ zusammenkommt. Ersten Berichten zufolge dürfte die Allianz ihre aktuelle Strategie beibehalten und die Aussetzung der Produktionssteigerungen für den Monat März bestätigen, um angesichts der langfristigen Überschussrisiken vorsichtig zu bleiben.
Diese internationale Beruhigung kommt den Heizölpreisen zugute, die am Dienstagmorgen Anzeichen eines Rückgangs zeigen.

