Heizöl-Info vom 24. März

Nach einer regelrechten Achterbahnfahrt am gestrigen Montag versuchen sich die Kurse nun zu stabilisieren, behalten aber eine tendenzielle Aufwärtsrichtung bei. Der Brent-Preis kletterte wieder über 102 Dollar, nachdem er am Montag kurzzeitig unter die 100-Dollar-Marke gerutscht war.

Am Montag hatte eine einfache Nachricht des US-Präsidenten in den sozialen Medien einen drastischen Kurseinbruch ausgelöst. Mit der Ankündigung, seine Drohungen gegen iranische Infrastrukturen um fünf Tage zu verschieben, um der Diplomatie Raum zu geben, dämpfte Donald Trump vorübergehend die Risikoprämie. Dieser Atemzug war jedoch nur von kurzer Dauer: Der Iran bestritt jegliche Verhandlungen und meldete an diesem Dienstag Angriffe auf zwei seiner Energieanlagen in Isfahan und Khorramshahr. Diese widersprüchlichen Informationen sorgen weiterhin für eine extreme Volatilität.

Das US-Energieministerium (DOE) hat die erste Phase der mit der IEA koordinierten Aktion konkretisiert und acht Unternehmen (darunter Shell, Trafigura und BP) insgesamt 45,22 Millionen Barrel Rohöl zugeteilt. Obwohl diese Menge unter den ursprünglich für diese Tranche geplanten 86 Millionen liegt, sollen diese Vorräte im April und Mai auf den Markt kommen. Das Ziel ist klar: Physisches Öl bereitzustellen, um der Blockade der Straße von Hormus entgegenzuwirken, auch wenn die IEA betont, dass dies nur eine vorübergehende Notlösung bleibt.

Während Analysten im Aufschub des US-Ultimatums ein positives Zeichen sehen, erinnern sie daran, dass die Straße von Hormus noch lange nicht sicher ist. Zudem wächst der Druck seitens Saudi-Arabiens und der Emirate, deren Verärgerung über Teherans Vorgehen sie dazu bewegen könnte, ihre Zurückhaltung aufzugeben. In diesem Zusammenhang schätzen Experten, dass Brent bis Ende April noch 150 Dollar erreichen könnte, sollte sich der Schiffsverkehr nicht normalisieren.

Der am Montagnachmittag verzeichnete Kursrückgang ermöglicht an diesem Morgen einen deutlichen Rückgang der Heizölpreise, auch wenn die Volatilität weiterhin sehr hoch bleibt.