Die Ölmärkte sind mit festeren Notierungen in die neue Woche gestartet, nachdem das Ende der vergangenen Woche von deutlichen Preisrückgängen geprägt war. Unterstützung kam vor allem durch Maßnahmen der USA, die den Druck auf venezolanische Ölexporte erhöhen; mehrere Tanker wurden bereits festgesetzt oder werden von den US-Behörden verfolgt. Diese Aktionen entziehen dem Markt physische Mengen und stützen die Preise kurzfristig, zumal schwere venezolanische Rohölsorten nur schwer durch andere Qualitäten ersetzt werden können.
Auf geopolitischer Ebene dauern die Gespräche über einen Waffenstillstand in der Ukraine an, jedoch ohne entscheidenden Durchbruch. Die Verhandlungen am Wochenende wurden zwar als „konstruktiv“ bezeichnet, führten aber zu keiner konkreten Einigung. Ein baldiger Waffenstillstand bleibt somit unwahrscheinlich, und die USA warnten vor möglichen neuen Sanktionen gegen Russland, sollten die Gespräche scheitern. Zudem nimmt die Ukraine weiterhin die russische Exportinfrastruktur ins Visier, was Auswirkungen auf die globalen Warenströme haben könnte.
Trotz dieser kurzfristigen Stützungsfaktoren bleibt das Marktumfeld mittelfristig von der Aussicht auf ein deutliches Überangebot geprägt. Absatzschwierigkeiten einiger Produzenten, insbesondere in Westafrika, verdeutlichen, dass der Markt insgesamt gut versorgt ist. Dieser Gegensatz zwischen bullishen Kurzfristfaktoren und einem strukturell bearishen Umfeld bestimmt weiterhin die Marktstimmung.
Heute Morgen notieren die Kurse über dem Niveau vom Freitag und zeigen einen leicht festen Trend. Bei den Heizölpreisen im Inland zeichnen sich im Vergleich zu Freitagmorgen geringe bis moderate Aufschläge ab.

