Die Ölmärkte sind derzeit von einer starken Unentschlossenheit geprägt: Einerseits begrenzen technische Probleme das Angebot, andererseits bedrohen diplomatische Spannungen die künftige Nachfrage. Der vorübergehende Produktionsstopp an einem bedeutenden Ölfeld in Kasachstan sowie Rückgänge der russischen Produktion – infolge von Drohnenangriffen auf Raffinerien – trieben die Preise zunächst nach oben. Hinzu kommt das harte Vorgehen der USA gegenüber Venezuela, wo eine erneute Tankerbeschlagnahmung Washingtons Absicht unterstreicht, die Rohölströme in der Region streng zu kontrollieren.
Gleichzeitig verlagert sich die Aufmerksamkeit der Wirtschaftswelt in die Schweiz zum Weltwirtschaftsforum in Davos, wo der Auftritt von Donald Trump Sorgen vor einem neuen Handelskrieg schürt. Angesichts angedrohter US-Strafzölle im Zusammenhang mit der Grönland-Frage erwägt Europa, sein neues handelspolitisches Abwehrinstrument (den sogenannten „Handels-Bazooka“) zu aktivieren. Dieses Instrument erlaubt es der EU, geschlossen mit wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen auf unzulässigen politischen Druck von außen zu reagieren. Investoren befürchten, dass eine solche Konfrontation das globale Wachstum bremsen und den Energieverbrauch senken könnte. Parallel dazu mahnen Experten der Internationalen Energieagentur (IEA), dass trotz dieser Spannungen in den kommenden Jahren mit einer massiven Überproduktion zu rechnen sei.
Für den Schweizer Binnenmarkt spiegelt sich diese internationale Unentschlossenheit am Mittwochmorgen in stagnierenden Heizölpreisen wider. Es zeichnet sich kein klarer Trend ab, da die Preise zwischen den aufwärtsgerichteten Impulsen durch Produktionsausfälle und dem Abwärtspotenzial aufgrund der wirtschaftlichen Sorgen schwanken.

