Heizöl-Info vom 19. März

Der Energiemarkt ist an diesem Donnerstagmorgen in eine Phase der Panik eingetreten. Eine neue massive Eskalation im Nahen Osten treibt die Kurse in die Höhe: Brent schießt weit über 112 Dollar hinaus, während Gasoil einen schwindelerregenden Anstieg von über 90 Dollar verzeichnet.

Der Konflikt hat am Mittwoch einen Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt. Iran meldete massive Angriffe auf South Pars, eines der weltweit größten Gasfelder. Donald Trump bezeichnete umgehend Israel als verantwortlich und betonte, dass die USA nicht beteiligt gewesen seien. Als unmittelbare Vergeltung griff Teheran die LNG-Anlagen in Katar an, insbesondere den Komplex Ras Laffan, über den ein Fünftel der weltweiten Flüssiggasexporte abgewickelt wird. Diese Ausweitung der Angriffe auf die Produktionsinfrastruktur schürt die Angst vor langfristigen strukturellen Engpässen, die weit über die bloße Blockade der Seewege hinausgehen.

Analysten äußern sich zunehmend alarmiert. Sollten sich direkte Angriffe auf Produktionsstätten verallgemeinern, wäre die 120-Dollar-Marke kein Höchststand mehr, sondern erst der Ausgangspunkt. Einige Experten halten inzwischen Szenarien zwischen 140 und 160 Dollar für Brent durchaus für realistisch. Der Druck auf Washington wächst: Donald Trump drohte dem Iran mit weiteren Maßnahmen, falls die Infrastruktur in Katar erneut ins Visier gerät, und zieht sogar die Entsendung von Bodentruppen zur Sicherung der Region in Betracht.

Obwohl die Fed die Zinsen gestern stabil hielt, bleibt ihr Ausblick angesichts der galoppierenden Energieinflation vorsichtig. Heute richten sich die Augen auf die EZB, doch deren Entscheidungen dürften angesichts der geopolitischen Dringlichkeit, die nun allein das Marktgeschehen diktiert, in den Hintergrund rücken.

Für den heimischen Markt ist die Lage kritisch. Die Beruhigung vom Mittwoch war nur vorübergehend. An diesem Donnerstagmorgen verzeichnen die Heizölpreise im Vergleich zu gestern Früh massive Aufschläge.