Die Ölmärkte erlebten gestern eine regelrechte Achterbahnfahrt, getrieben von ständig neuen, widersprüchlichen Informationen. Nachdem die Preise infolge einer vorübergehenden Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran für Militärübungen gestiegen waren, brachen die Kurse am Ende des Tages abrupt ein. Dieser Umschwung erklärkt sich durch erste Berichte über die Gespräche in Genf zwischen Washington und Teheran, die als „konstruktiv“ bezeichnet wurden.
Dennoch bleibt Vorsicht geboten. Zwar ist der Dialog eröffnet, doch eine endgültige Einigung scheint noch in weiter Ferne zu liegen, und die Spannungen im Hintergrund bleiben bestehen. Parallel dazu werden auch die Friedensgespräche zum Ukraine-Konflikt in der Schweiz fortgesetzt, bislang ohne konkrete Fortschritte. Ein weiteres brisantes Thema sorgt für Schlagzeilen: Die US-Regierung droht mit dem Austritt aus der Internationalen Energieagentur (IEA), da sie deren Prognosen als zu klimafokussiert und nicht ausreichend auf die Erdölsicherheit ausgerichtet betrachtet.
Auf der statistischen Seite ist der Terminkalender diese Woche aufgrund des US-Feiertags vom Montag verschoben. Erste Schätzungen der US-Lagerbestände (API) werden erst heute Abend veröffentlicht, gefolgt von den offiziellen Zahlen morgen. Analysten rechnen mit einem Anstieg der Rohölvorräte, was den Druck auf die Preise aufrechterhalten könnte.
Trotz der starken Schwankungen am Vortag zeigen die Heizölpreise am heutigen Mittwochmorgen eher eine Tendenz zur Stabilität.

