Heizöl-Info vom 12. Januar

Die wachsenden Spannungen zwischen Washington und Teheran sind zu Beginn dieser Woche der Faktor, der den Ölmarkt am stärksten beeinflusst. Während massive Proteste den Iran erschüttern, macht Donald Trump widersprüchliche Aussagen: Er spricht von der Möglichkeit von Verhandlungen, warnt aber gleichzeitig, dass eine US-Militärintervention früher als erwartet stattfinden könnte. Diese große Ungewissheit, zusammen mit neuen ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Ölinfrastrukturen im Kaspischen Meer, hält den Aufwärtsdruck auf die Weltmarktpreise aufrecht.

Parallel dazu erreicht die US-Strategie für Venezuela einen konkreten Schritt. Die Branchenriesen Vitol und Trafigura haben ihre logistische Unterstützung bestätigt, um venezolanisches Rohöl bereits ab nächster Woche in die USA zu exportieren. Während Chevron bereit ist, seine Produktion vor Ort zu verdoppeln, zeigen sich andere Akteure wie ExxonMobil vorsichtiger und fordern solide rechtliche Garantien. Washingtons Absicht, venezolanisches Öl massiv in den weltweiten Kreislauf zurückzuführen, könnte den Preisanstieg langfristig bremsen, doch momentan dominiert die Angst vor einem Flächenbrand im Nahen Osten die Köpfe der Investoren.

Nachdem die Heizölpreise am Ende der letzten Woche stark gestiegen sind, zeigen sie sich auf dem Binnenmarkt nun instabil. Grund dafür sind das geopolitische Risiko und eine anhaltende Kältewelle in Westeuropa, welche die Nachfrage stützt. Obwohl die Marktdaten langfristig weiterhin auf einen Überschuss hindeuten, macht die aktuelle Volatilität jede unmittelbare Prognose schwierig.