Nachdem der Wochenbeginn auf eine Beruhigung hindeutete, sind die Ölpreise gestern wieder gestiegen. Der Markt reagiert nervös auf eine Warnung des US-Verkehrsministeriums bezüglich der Schifffahrt in der Straße von Hormus, einem strategischen Nadelöhr für 20 % des weltweiten Ölverbrauchs. Diese Meldung hat die Kurse sofort wieder unter Druck gesetzt und verdeutlicht, dass die Versorgungssicherheit trotz diplomatischer Gespräche weiterhin instabil ist.
Parallel dazu nimmt der Druck auf russisches Öl zu. Die Europäische Union bereitet ihr 20. Sanktionspaket vor, das erstmals Infrastrukturen in Drittstaaten ins Visier nehmen soll insbesondere Häfen in Georgien und Indonesien, die für den Transit russischen Rohöls genutzt werden. Zudem erwägt Brüssel eine Verschärfung der Maßnahmen, indem die Preisobergrenze durch ein strikteres Verbot maritimer Dienstleistungen ersetzt wird, um Moskaus Einnahmen zu beschneiden.
Auf technischer Ebene gibt es Störungen beim weltweiten Angebot. In Kasachstan läuft das riesige Tengiz-Feld nach einem Neustart noch nicht unter Volllast und erreicht derzeit nur etwa 60 % seiner Kapazität. Die Anleger warten nun gespannt auf die Veröffentlichung der Monatsberichte von EIA und OPEC heute Abend und morgen, um das langfristige Marktgleichgewicht bewerten zu können.
Am heutigen Dienstagmorgen zeichnet sich eine eher steigende Tendenz bei den Heizölpreisen ab.

