Der Ölmarkt geht an diesem Freitag, dem 10. April, mit großer Vorsicht in den Handel, während in Islamabad die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran beginnen. Zwar besteht Hoffnung auf Entspannung, doch die Realität einer tiefgreifend geschwächten globalen Versorgung hält den Druck auf die Preise aufrecht.
Alle Blicke richten sich nach Pakistan, wo heute die offiziellen Gespräche starten. Während sich Donald Trump sehr optimistisch zeigt, bleibt der Markt skeptisch. Der Iran hat die Erwartungen bereits gedämpft und klargestellt, dass die Öffnung der Straße von Hormus während der Waffenruhe auf maximal 15 Schiffe pro Tag begrenzt wird – weit entfernt von den üblichen 135 täglichen Passagen. Diese tröpfchenweise Abwicklung reicht nicht aus, um den Engpass zu beheben, der den Welthandel lähmt.
Die Verwundbarkeit Saudi-Arabiens, des weltweit größten Exporteurs, ist offensichtlich geworden. Riad räumte ein, dass die iranischen Angriffe der letzten Wochen die Produktionskapazität um 600.000 Barrel pro Tag reduziert haben (etwa 10 % seiner Exporte). Schwerer wiegt noch, dass der Durchfluss der Ost-West-Pipeline – der wichtigsten Alternative zur Straße von Hormus – nach jüngsten Sabotageakten um 700.000 Barrel pro Tag eingebrochen ist. Diese strukturellen Schäden an Raffinerien und Terminals bedeuten, dass eine Rückkehr zur Normalität selbst im Falle eines Friedensschlusses Zeit benötigen wird.
Angesichts versiegender Ströme aus der Golfregion hat China begonnen, seine kommerziellen Lagerbestände massiv freizugeben. Auch Japan erwägt weitere Entnahmen aus seinen strategischen Reserven. Diese Maßnahmen bieten zwar eine vorübergehende Entlastung, unterstreichen aber vor allem die Dringlichkeit der Lage: Ohne eine vollständige Wiedereröffnung von Hormus können die Verbraucherländer ihre Bestände nicht unbegrenzt halten.
Auf technischer Ebene verhalten sich die Indikatoren derzeit neutral, da die Händler davor zurückschrecken, vor den ersten Signalen aus Islamabad klare Positionen zu beziehen.
Die Lage stabilisiert sich somit nach der extremen Volatilität vom Mittwoch. Die bestätigten Schäden an der saudischen Infrastruktur und die Zweifel an der tatsächlichen Transitkapazität in Hormus erzeugen jedoch einen restlichen Aufwärtsdruck. Daher wird für diesen Morgen eine Anpassung der Heizölpreise nach oben erwartet.

